Kleinmachnow
Kleinmachnows Wahrzeichen ragt 65 m über Normalnull in die Höhe und versteckt sich gern hinter dichtem Laub im Wald: die Hakeburg. Fast 500 Jahre lang „gehörte" Kleinmachnow der Familie Hake und war ein verschlafenes Gutsdorf auf dem Teltow. Obwohl der Boden hauptsächlich aus Sumpf bestand, siedelten sich in Kleinmachnow schon früh slawische Stämme an.

So bezeichnet der Name „Machnov" wohl einen Ort in einer moosreichen, bzw. feuchten Gegend. Seinen ersten urkundlichen Eintrag erlebte Kleinmachnow 1375 im Landbuch Karls IV., und die erste Burg entstand bereits Mitte des 12. Jahrhunderts, allerdings auf der südlichen Seite des Machnower Sees, um den einzigen Übergang über die Bäke zu sichern, dem strategisch wichtigsten Punkt, mit dem bis 1818 noch Zoll kassiert wurde. Anfang des 20.Jahrhunderts schließlich entwickelte sich Kleinmachnow zu einer Vorortkolonie Berlins, wobei nördlich des alten Dorfkerns zwischen Machnower See und Stammbahn verschiedene Siedlungsgesellschaften ihre Villen errichteten. Mit dem Bau der Machnower Schleuse 1908 - ein beliebtes Ausflugsziel der Hauptstädter - gehörte Kleinmachnow postalisch sogar zu Berlin und hatte eine Berliner Vorwahl. Zahlreiche Künstler zog es damals nach Kleinmachnow, wie Lily Braun, Arnold Schönberg und Kurt Weill. Auch zu DDR-Zeiten, in denen Kleinmachnow durch die Abkapselung ein abgeschiedenes Dasein führte, fühlten sich Künstler hier besonders wohl und machten es zu einer Oase der Kultur und Kunst. Als 1989 schließlich die Mauer fiel, wurde Kleinmachnow für Berliner und Zuzügler wieder äußerst interessant und eine bevorzugte Wohnadresse. Unzählige Rückübertragungsansprüche erschwerten anfänglich das Wachstum der Gemeinde, aber heute ist die Entwicklung kaum mehr aufzuhalten. Ungefähr 75 Prozent Einfamilienhäuser und 16 Prozent Zweifamilienhäuser prägen das Bild der Gemeinde mit mehr als 19.100 Einwohnern. Neue Geschäfte und Wohnanlagen sprießen wie Pilze aus dem Boden, und die Schulen scheinen aus allen Nähten zu platzen. Ein besonderes neues Kleinod ist der schmucke Rathausmarkt. Ein paar Sümpfe gibt es immer noch in Kleinmachnow, die jetzt Naturschutzgebiete und Auffangbecken für Oberflächenwasser sind. Und die 600 und 700 Jahre alten Eichen im Bäketal könnten auch aus der Zeit erzählen, als Kleinmachnow der einzige Übergang über die Bäke war.
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