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Sehenswertes




1. Teltow
10. Teltow als ehem. Industriestandort
19. Dorfkirche Kleinmachnow
2. Teltower Altstadt
11. Schweinemuseum Ruhlsdorf/Teltow
20. Panzerdenkmal
3. Heimatmuseum Teltow
12. Kleinmachnow
21. Checkpoint Bravo
4. Teltower Marktplatz
13. Badewitzbrücke
22. Dreilinden
5. Stubenrauch Denkmal
14. Neue Hakeburg
23. Stahnsdorf
6. St. Andreaskirche
15. Kleinmachnower Schleuse
24. Dorfkirche Stahnsdorf
7. Kriegerdenkmal
16. Straßenbahn 96
25. Südwestkirchhof
8. ehem. Grenzstreifen
17. Bäkemühle
26. Parforceheide
9. Teltowkanal
18. Alte Hakeburg

 

 

Willkommen im Teltow


Wussten Sie eigentlich, falls Sie aus Richtung der Berliner Innenstadt kommen, dass Sie sich bereits schon lange auf dem Teltow befinden?

Die sogenannte Teltower Grundmoränenplatte wird im Norden von der Spreeniederung, im Wes­ten von der Nuthe, im Osten von der Dahme und im Süden vom Baruther Urstromtal begrenzt. Der Name ist vermut­lich aus dem Slawischen herzulei­ten und seit der Besitznahme durch die Askanier, einem ostsächsischen Fürstengeschlecht, im 13. Jahrhundert überliefert.

Schon Theodor Fontane hat dieses ab­wechslungsreiche, geschichtsträch­tige Gebiet als Gewerbe­schüler besucht. Damals hatte ihm sein Deutschlehrer den Auftrag erteilt, einen Aufsatz freier Wahl zu schreiben. Das bereitete dem Tertianer einiges Kopfzer­brechen. Kurz entschlossen wanderte er an einem Wochenende von Berlin nach Großbeeren. Jahrzehnte spä­ter bezeichnete der Schriftsteller die­sen so genannten „ersten literarischen Sündenfall“, auch als seine „erste Wanderung durch die Mark Brandenburg“. Viele weitere sollten folgen.

 

Im Jahre 1265 wird Teltow das erste Mal urkundlich erwähnt. Damals ahnte wohl noch niemand, welche wechselvolle Geschichte auf den Ort zukommen würde.

1337 taucht das Siegel und heutige Wappen der Stadt  erstmals auf.  Sie sehen einen roten Adler umgeben von Eichenzweigen und bekroent mit dem Stern der Askanier. Es folgten fünf große Stadtbrände, zwei Pestepidemien und zahlreiche Entvölkerungen durch Kriege.

Stellen Sie sich vor, Mitte des 16 Jahrhunderts zählten wir nur noch 27 Ackerbauern und 39 Gärtner in Teltow! Doch wir Teltower ließen uns nicht unterkriegen. Der Ort erhielt den berühmten Teltow-Kanal, einen Flugplatz und sogar einen eigenen Hafen.

Doch am berühmtesten ist bis heute ein kleines unscheinbares Gemüse aus der Region.

Das Teltower Rübchen! Schon Johann Wolfgang von Goethe bezeichnete dieses Gemüse als „feinste Rübenart und Leckerbissen“.

Ganze Kisten ließ er sich nach Weimar schicken. Der berühmte Dichter entdeckte das Rübchen auf einer seiner Reisen nach Berlin?

Die Teltower Bauern brachten die kleine kegelförmige Rübe dort auf Märkten unter die Leute und machten sie so weltberühmt.

2008 wird das Teltower Rübchen in die „Arche des guten Geschmacks“ aufgenommen.

Unsere Kommune wird nun offiziell als  „Rübchenstadt Teltow“ betitelt. Sie zählt heute auf einem Gebiet von rund 20 Quadratkilometern mit dem Ortsteil Ruhlsdorf um die 22 000 Einwohner.

 

Rathaus
Rathaus
Rathaus
Breite Straße
Teltower Rübchen

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2. Altstadt

 

Die Teltower Altstadt ist eine der wenigen märkischen Ackerbürgerstädte um Berlin, die noch fast vollständig erhalten ist. Wenn wir rings um die St. Andreaskirche unterwegs sind, können wir neben his­torischen Denkmalen auch viele wun­derschöne sanierte Häuser mit verwunschenen  Höfen entdecken.

Schauen Sie sich genau um. Sie werden hier zahlreiche klei­ne Details, ty­pische alte Treppen, Toreinfahr­ten oder Türen finden.

 

Seit den 1990er Jahren wird die Alt­stadt nach und nach saniert.

2007 wurde das Bürgerzentrum eingeweiht. Dadurch konnten am Marktplatz mehrere denkmalge­schützte Gebäude, die so genann­te Kuppelmayrsche Siedlung erhalten und mit moderner Architektur verbunden werden. Übrigens stammen Teile der Gebäude wahrscheinlich noch aus der Zeit Friedrich Wilhelms. Das erste Haus war dabei das sogenannte „Älteste Haus“ aus dem Jahre 1711. Es befindet sich im Ho­hen Steinweg 13, in dem heute das Hei­matmuseum seinen Sitz hat.

 

Teltower Altstadt
Teltower AltstadtBlick von oben
Teltower Altstadt
Bürgerhaus

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3. Heimatmuseum

 

Wenn Sie vor dem denkmalgeschützten Haus im Hohen Steinweg 13 stehen, betrachten Sie doch die Inschriftentafel über dem Eingang.

Sie berichtet vom Schicksal dieses Hauses, sowie der Stadt im Jahre 1711. Der Heimatforscher Horst Stürzebecher übertrug den Text in die heutige Schreibweise. „Nachdem das Städtlein Teltow den 16. Juni 1711 nachmittags um 6 Uhr in Zeit von ca. 4 Stunden bis auf 4 Häuser gänzlich in Asche gelegt, hat Herr Johann Christoph Bürger dieses Haus mit guter Leute Hilfe aus dem Grunde neue erbauet, welche Gott lange in Segen setzen wird. `

 

Zum Glück bauten die Teltower das Haus wieder auf. Im Mai 1997 zog das Heimatmuseum hier ein. Wir möchten Ihnen unbedingt einen Besuch des Museums empfehlen! In zahlreichen Exponaten wird hier detailliert Auskunft über Stadt, über Handwerk und Landwirtschaft gegeben. Historische Ausstellungsstücke erzählen vom Leben der Teltower Ackerbürger. Natürlich werden Sie hier auch auf das berühmte Teltower Rübchen stoßen.

 

Heimatmuseum
Heimatmuseum
Heimatmuseum
Heimatmuseum
Heimatmuseum

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4. Teltower Marktplatz

 

In den 700 Jahren Teltower Stadtgeschichte hat sich Vieles auf dem Marktplatzes ereignet. Im Mittelalter hatte das Marktreiben vor allem eine große wirtschaftliche Bedeutung. 1265 erhielt Teltow das Stadtrecht und damit die Erlaubnis eigene Märkte zu veranstalten. Die geografische Lage war günstig, Berlin lag nur einen halben Tagesmarsch zu Fuß entfernt. Die Händler machten in Teltow Rast und boten ihre Waren auf dem Markt feil, bevor sie weiterzogen.

 

Damals besaß der Platz noch eine dreieckige Form. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde er mit einem Teich in seiner Mitte verschönert. Grünflächen ringsherum luden damals die Menschen zum Ausruhen ein.

 

In den 1930er Jahren wurde der Teich entfernt und die Fläche gepflastert. Zur Zeit der DDR gab es dann in der gesamten Altstadt und besonders hier am Markt viele kleine Geschäfte. Der Platz selbst, erhielt wieder ein neues Gesicht. Gesäumt von Blumenbeeten, Bäumen und Bänken, zeigte er sich in schlichter Aufmachung.

 

Auch das 1908 errichtete Stubenrauch-Denkmal wich 1974 dem Denkmal für die Verfolgten des Naziregimes. Seit der Wende hat sich auf dem Teltower Marktplatz vieles getan. Gebäude wurden saniert und das Pflaster erneuert.

 

Finden Sie nicht auch, dass die Blumenampeln an den Straßenlampen einen besonderen Charme zeigen? Diesen Stil verdanken sie den alten mit Gas betriebenen Schinkellaternen.

 

In unmittelbarer Nähe der Kirche und der ehemaligen Schule  ließen sich die obersten Stadtherren am Marktplatz nieder. Die städtische Verwaltung zog ein und heute dient das einstige Rathaus als Standesamt. Der Stubenrauch-Brunnen bildet seit 1998 wieder den zentralen Blickfang des Platzes.

 

Das Bürgerzentrum
Das Bürgerzentrum
Das Bürgerzentrum
Frühlingsfest auf dem Marktplatz
Marktplatz

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5. Stubenrauch Denkmal

 

Am 25. Oktober 1908 fand auf dem Marktplatz der Teltower Altstadt die feierliche Enthüllung eines Denkmals statt. Es wurde dem bedeu­tendsten Landrat des Kreises Tel­tow gewidmet.

Ernst Le­berecht Hugo Georg Colmar von Stubenrauch, so sein voller Name, initiierte während seiner Amtszeit, vom August 1885 bis zum Januar 1908 zum Beispiel den Bau des berühmten Teltowkanals. Das Denkmal geschaffen vom Bildhauer Prof. Lepcke ist leider nur noch als Fragment erhalten. Die fehlenden Seitenteile, zwei Bronzereliefs in Frauengestalt, stellten ursprünglich die beiden Flüsse Havel und Spree dar.

Nach der Wende sprachen sich die Teltower dafür aus, das Denkmal wieder an seinem einstigen Standort aufzustel­len. Und so kehrte Ernst von Stubenrauch im Juli 1998 auf seinen angestamm­ten Platz zurück. Heute wird das Denkmal durch zwei Sitzele­mente und einen Brunnen ergänzt. Eine Einladung für Zeit zum Verweilen, finden Sie nicht auch?

 

Das Stubenrauchdenkmal
Das Stubenrauchdenkmal
Das Stubenrauchdenkmal
Das Stubenrauchdenkmal

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6. St. Andreaskirche

 

Schauen Sie nur auf die schöne St. Andreaskirche mit dem hohen Turm zwischen den alten Bäumen. Kein Wunder, dass sie ein weithin sichtbares Wahrzeichen unserer Stadt Teltow ist. Das Gotteshaus gilt als ältestes städ­tisches Bauwerk. Ursprüngliche Teile sind nur noch der Grundriss und die Außenmauern aus dem 13.Jahrhundert.  Brandbedingt folgten zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert Neuaufbau und Ver­änderungen im Stil der Zeit.

Der preußische Baumeister Karl Fried­rich Schinkel gab der Andreaskirche eine neugoti­sche Form mit klassizistischer Aus­richtung. Doch schon 100 Jahre später musste die Kirche wiederum erneuert werden. Man setzte unter die Kassettendecke ein hölzernes, bunt bemaltes Ton­nengewölbe und an die Westseite eine Orgelempore. Die Orgel stammte von der Firma Alexander Schuke aus Potsdam.

 

Das überlebensgroße Kruzifix stammt vom Tiroler Holzbildschnitzer Franz Tavella und gilt als Hauptzierde des Altarraums. Daran angepasst sind bemalte Flachschnit­zereien an Kanzel, Taufe, Empore und Gestühl, vom zugezogenen Bildhauer August Mattausch. Für die ornamentale Bemalung und farbliche Ausgestaltung konnte der Künstler Professor August Öttken aus Berlin gewonnen werden.

Sogar der berühmte Lyonel Feininger hat unsere Kirche verewigt! Auf seinem Gemälde „Teltow II“, können Sie die Ansicht der Kirche bewundern. Das Original hängt übrigens in der Neuen Nationalgalerie in Berlin und ist als Kopie im Teltower Heimatmuseum zu sehen.

In den Jahren 2007 bis 2011 wurde nicht nur das Aussehen der Kirche erfrischt, sie erhielt auch drei neue Glocken.

 

St. Andreaskirche
St. Andreaskirche
St. Andreaskirche
St. Andreaskirche
St. Andreaskirche

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7. Kriegerdenkmal

 

Gleich neben der Andreaskirche liegt der sogenannte Zickenplatz. Früher weideten unweit von hier die sogenannten „Kühe des kleinen Man­nes“. Die Ziegen! Sie wurden von ortsansässigen Handwerkern gehalten.

Aber heute steht in der Mitte des Platzes ein Kriegerdenkmal. Es wurde 1913 anläss­lich der Hundertjahrfeier der Schlacht bei Großbeeren eingeweiht. Entworfen vom Teltower Bildhauer Mattausch, be­steht das Denkmal aus Steinfindlin­gen aus der Mark Brandenburg und dem Harz. Auf dem größ­ten, höchsten Findling, ragt ein grie­chischer Helm. Der Sockel des Denkmals wird von einem runden Schild mit Medusenhaupt geziert. Dieses Symbol ist der griechischen Mythologie entlehnt. Das Haupt der Medusa war ein Attribut der Göttin Athene, Tochter des Zeus. Es stand für den geordneten Kampf zur Verteidigung der Heimat.

Hinter dem Schild kreuzten ursprünglich noch ein Schwert und eine Lanze. Diese fielen jedoch den Kriegswehen zum Opfer.

 

Kriegerdenkmal
Kriegerdenkmal
Kriegerdenkmal
Kriegerdenkmal

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8. ehemaliger Grenzstreifen

 

Haben Sie sich schon zwischen den 1.100 Kirschbäu­men erholen dürfen? Diese wachsen heute auf dem ehemaligen Grenzstreifen zwischen Teltow und Steglitz-Zehlendorf.

Zu den Bäumen kann ich Ihnen eine ganz besondere Geschichte erzählen. Ein japanischer TV-Sender rief 1990 zu einer großen Spendenaktion auf. Es kamen ungefähr 140 Mil­lionen Yen, das sind umgerechnet ca. 1 Million Euro, zu­sammen. Davon wurden mehr als 8.000 Bäume  in Berlin und Brandenburg gepflanzt. 1.100 davon kamen auf den ehemaligen Grenzstreifen. Die Kirschblüten sollen, wie nach Tradition der Japaner, Frieden und Ruhe in die Her­zen der Menschen bringen.

Jedes Jahr fin­det nun in Teltow unter den blühenden Bäumen das Kirschblütenfest statt. Die Veranstalter, die meist von den Anwohnern unterstützt wer­den, bieten Kaffee und Kuchen, verschiedene Obstweine und kulinarische Leckerbissen an. Ich darf Ihnen verraten, dass jedes Jahr im April fernöstliche Atmosphäre, japanische Tänze und traditionel­les deutsches und japanisches Kunst­handwerk viele Besucher anlocken. Schauen Sie doch auch einmal vorbei.

 

Gedenkstein
Gedenkstein
Gedenkstein
ehemaliger Grenzstreifen
ehemaliger Grenzstreifen

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9. Der Teltowkanal

 

Ernst von Stubenrauch trat 1885 als erster bür­gerlicher Landrat des Kreises Teltow sein Amt an. Der bürgernahe Stubenrauch erkannte zum Glück schnell,  dass eine neue Wasserstraße südlich von Ber­lin, mehrere Probleme lösen konnte. Zum einen könnte so eine neue Wasserader zur einer wirksameren Entwässerung beitragen. Und zum anderen würde sie den Schiffs­verkehr zwischen Elbe und Oder ver­kürzen.

Ende 1900 vollzog Kronprinz Wilhelm im Park von Babelsberg den ersten Spatenstich zum Bau der neuen Wasserstraße. Sie bekam den Namen Teltowka­nal. Der Kanalbau dauerte 6 Jahre. Ganze 12,6 Millionen Kubikmeter Erdmassen wurden bewegt. 42 Lokomotiven und 1.300 Loren wurden dafür benötigt. 3.000 Arbeiter errichteten 55 Wege-, Straßen- und Eisenbahnbrücken, mehrere öffentliche Häfen, ein elektrisches Kraftwerk und die Anlagen für den elektrischen Treidelbetrieb. Am 2.Juni 1906 war es dann endlich soweit: Das Teltower Jahrhunderbauwerk wurde eröffnet. Stellen Sie sich vor, kein geringerer als Kai­ser Wilhelm II. gab sich die Ehre.

Seither ver­bindet der Teltowkanal den als Gli­enicker Lake bezeichneten Teil der unteren Havel mit der Spree ober­halb von Grünau.

Dabei führt er durch den Griebnitzsee, das unte­re Bäketal, den Machnower, Schönower- und Teltower See weiter bis nach Steglitz und schließlich durch das Hochgelände zwischen Lankwitz und Britz.

Der Güterverkehr auf der Wasserstraße stieg in kurzer Zeit auf 3 Millionen Tonnen.

Das Entstehen und Betreiben des Teltowkanals war mit reger Bautätigkeit in seinem Umfeld verbunden. Industrie- und Gewerbezentren schossen wie Pilze aus dem Boden, Straßen- und Schienenwege wurden angelegt, Wohnsiedlungen mit öffentlichen Einrichtungen errichtet. Der Teltow Kanal entwickelte sich zur Lebensader. Doch mit dem Ende des zweiten Weltkrieges kam das Aus für Schifffahrt und Treidelbetrieb. Der Teltowkanal wurde streckenweise Landesgrenze und ab 1961 Grenzgebiet.

Erst 20 Jahre später wurde ein Teilabschnitt für den Transitverkehr geöffnet. Nach dem Fall der Mauer begannen umfangreiche Arbeiten. Der Schiffsverkehr konnte fortgeführt und ausgeweitet werden. Die Wasserstraße ist heute in ganzer Länge für Sportboote befahrbar. So finden Sie hier Freizeit Kanalkapitäne auf schmucken Booten.

 

Der Teltowkanal
Der Teltowkanal
Der Teltowkanal

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10. Teltow als ehemaliger Industriestandort

 

Die Wiege der Halbleiterindustrie stand in Teltow.

Ich empfehle Ihnen zu diesem Thema einen Besuch des Industriemuseums im Meiereifeld 35 in Kleinmachnow. Viele Produkte, Geräte und Anschauungstafeln dokumentieren hier die Geschichte der Halbleiterindustrie. Begonnen hatte alles übrigens mit dem Bau des Teltowkanals im Jahre 1900. Damals siedelten sich die ersten Unternehmen in Teltow an. Bereits 1904 kam eine Porzellanfabrik hierher, welche bald ihr Sortiment auf die zeitgemäßen Isolatoren und später auf drahtlose Widerstände umstellte.

In den Jahren vor 1989 arbeiteten allein in den volkseigenen Betrieben rund 12 000 Menschen. Doch mit der deutschen Einheit hielten die großen Industriebetriebe der Konkurrenz nicht mehr stand. Geblieben sind nur noch einige Klein- und Mittelunternehmen.

Aber auch eine Vielzahl neuer Betriebe sind heute hier wieder ansässig geworden. Insbesondere die Medizintechnik, die Informations- und die Biotechnologie.

 

Industriestandort Teltow
Industriestandort Teltow
Industriestandort Teltow
Industriestandort Teltow
Industriestandort Teltow
Industriestandort Teltow

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11. Schweinemuseum Ruhlsdorf/Teltow

 

Mögen Sie Schweine? Gegrillt, gebraten oder doch lieber quicklebendig?

Dann kann ich Ihnen etwas Außergewöhnliches empfehlen. Das Schweinemuseum im Teltower Ortsteil Ruhlsdorf! Es ist das Einzige in Deutschland, das sich mit dem Nutztier Schwein befasst. Das Museum gibt die historische Entwicklung der Schweinehaltung wieder. Haben Sie keine Scheu, es ist für Laien und Fachleute gleicherma­ßen geeignet. Hier finden Sie einfach alles über die fälschlicherweise als unsauber bezeichneten Grunzer.

Das Museum befindet sich auf dem ehemaligen Gelände einer Schweinversuchswirtschaft und zeigt Plastiken und Fotoaus­stellungen. Diese Versuchswirtschaft wurde übrigens 1918  von Karl Müller in Ruhlsdorf ge­gründet. Acht Jahrzehnte lang beeinflusste diese die gesamte deutsche Schweinehaltung.

 

Schweinemuseum Ruhlsdorf/Teltow
Schweinemuseum Ruhlsdorf/Teltow
Schweinemuseum Ruhlsdorf/Teltow
Schweinemuseum Ruhlsdorf/Teltow
Schweinemuseum Ruhlsdorf/Teltow

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12. Kleinmachnow

 

Die Gemeinde Kleinmachnow wurde erstmals 1375 im Landbuch Kaiser Karls IV. erwähnt.  Als Herren des Ortes waren die Brüder Quast vermerkt. Doch rund 25 Jahre später ging der Besitz an die Ritterfamilie Hake über. Diese Hakes bestimmten die Geschicke des Dorfes bis ins 20. Jahrhundert hinein! Doch lassen Sie uns noch ein wenig in die Vergangenheit schauen. Damals lag das Rittergut an der wichtigen Handelsroute und Herrstraße von Wittenberg in Sachsen über Machenow nach Spandau. Erst durch das schnelle Wachstum von Berlin und dem gleichzeitigen Wunsch nach mehr Grün, verwandelte sich Kleinmachnow  seit 1920 von einem Rittergut zu einer selbstständigen Landgemeinde  - mit völlig neuer Struktur. In der DDR war Kleinmachnow dann von drei Grenzseiten umgeben! Und nur über die Brücken am Teltowkanal erreichbar. Man kam sich hier vor wie auf einer richtigen Insel.

Apropos Insel: Heute gilt Kleinmachnow als grüne Insel vor den Toren Berlins. Diese Idylle bietet einen großen Anreiz für Prominenz und auch für junge Familien. Stellen Sie sich vor: Es gibt hier mehr Kinder pro Kopf als im Bundesdurchschnitt! Haben Sie nicht Lust auf einen kleinen Rundgang?

 

Kleinmachnow
Kleinmachnow
Kleinmachnow
Kleinmachnow
Kleinmachnow
Kleinmachnow

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13. Badewitzbrücke

 

Was heißt Treideln? Treideln bedeutet Schiffe ziehen.

In Kleinmachnow mussten diese schwere Arbeit zum Glück keine Menschen verrichten. Hier auf der von 1904-1906 errichteten  Badewitzbrücke befand sich neben Fahrbahn und Gehweg auch ein Schienengleis. Südwestlich der Brücke gab es mal eine Halle für diese sogenannten Treidel-Lokomotiven.  Sie zogen die Schiffe im Teltowkanal.

 

Die Badewitzbrücke verdankt ihren Namen übrigens dem Dr. jur. Gottfried von Badewitz. Er war einer der bedeutendsten Personen, die am Kanalbau beteiligt waren. Im  April 1945 wurde die Badewitzbrücke dann von der deutschen Wehrmacht gesprengt.

Bis 1950 nutzten Fußgänger die angebrachten Holzstufen zum Erreichen des anderen Ufers. Östlich daneben verlief eine Notbrücke.

Sie diente bis 1977 dem Fußgänger- und Radfahrverkehr.

Danach wurde auf den Grundpfeilern der „Badewitzbrücke“ eine Stahlbrücke von fünf Metern Breite errichtet. Diese wurde nach dem Krieg in Friedensbrücke umbenannt. Von der ursprünglichen Badewitz­brücke ist lediglich ein kleines Ge­länderteil übriggeblieben.

Es wurde von dem Kleinmachnower Siegfried Saupe „gerettet“ und lager­te Jahrzehnte lang in seinem Garten. Im Jahre 2006 restaurierte es die Klein­machnower Firma Dietrich Lenz.

 

Badewitzbrücke
Badewitzbrücke
Badewitzbrücke
Badewitzbrücke

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14. Die neue Hakeburg

 

Auf dem nahen Seeberg thront ein Wahrzeichen Kleinmachnows: die „Neue Hakeburg“. Von 1906 bis 1908 ließ Dietloff von Hake sie als Herrenhaus mit ei­nem Torhaus er­richten. Architekt war Bodo Eb­hardt, ein damals sehr gefragter Burgenspezialist.

 

Finden Sie nicht auch, dass die trutzige, im neoroma­nischen Stil errichtete Burg den Geist der damaligen Zeit wiederspiegelt? Die Burg erlebte später allerdings eine wechselvolle Geschichte. Wegen angeblicher finanzieller Prob­leme verkaufte Dietloff von  Hake die Burg 1936 an das Reichspostministe­rium.

 

Das Gebäude wurde attraktiver Wohnsitz des Reichspostminsters  Wilhelm Ohnesorge.  Nach dem 2. Weltkrieg diente es kurzzeitig der Unterbringung von militärischen Sonderabteilungen. In unmittelbarer Nachbarschaft ließ der Postminister auf dem Seeberg die Reichspostforschungsanstalt errichten. Bei Gründung 1937 umfasste die Forschungsanstalt 14, bei Kriegsende 50 Sachgebiete, wie Hochfrequenztechnik, Atomphysik für militärische Zwecke, Radartechnik, fernsehgestützte Raketen- und Panzersteuerung, Infrarottechnik für Nachtsichtgeräte und Nachtjägerleitverfahren, Abhörtechnik, sowie Ver- und Entschlüsselung von Geheimcodes, usw., usf. Der  Abteilung Abhörtechnik ist es im März 1942 sogar gelungen, die transantlantischen Gespräche zwischen den USA und England zu entschlüsseln, so dass zum Beispiel Informationen zur Bildung einer zweiten Front oder zum Waffenstillstand zwischen Italien und den Alliierten im Deutschen Reich bekannt wurden. Zu DDR-Zeiten wurde auf dem Gelände die Parteihochschule etabliert. Außerdem avancierte die neue Hakeburg zum Sitz des „Juliot Curie“-Clubs und dann zum Gäste­haus der SED. Denken Sie nur, hier verweilten schon so illustere Gäste, wie Fidel Castro, Jassir Arafat und Michail Gorbatschow. Nach der Wen­de diente die neue Hakeburg dann als Veranstaltungsort und Restaurant.

 

Neue Hakeburg
Neue Hakeburg
Neue Hakeburg
Neue Hakeburg
Neue Hakeburg
Neue Hakeburg

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15. Kleinmachnower Schleuse

 

Am 22. Dezember 1900 er­folgte der erste Spatenstich für den Bau des Teltowkanals durch Kronprinz August Wilhelm.

Bereits 1901 wurde der Grundstein für die Schleu­se in Kleinmachnow gelegt. Nur fünf Jahre später wurde sie durch Kaiser Wilhelm II. feierlich eröffnet. Das war ein Grund zum Jubeln! Von Anfang an war sie ein beliebtes Ausflugsziel für Berliner und Bran­denburger.  Die vielen Besucher kamen erst mit der Kutsche und später mit dem Auto. Und seit 1905 kamen sie aus Berlin bis zur Schleuse mit der Straßenbahn. Derart gut besucht, bekam Kleinmachnow sogar den Titel „Naherholungszentrum erster Ordnung“ zugesprochen. Kein Wunder, oder? Auch der Schiffsverkehr nahm ständig zu. Deshalb wurde 1939 eine drit­te Schleusenkammer gebaut. Mit den Abmaßen von 85 Meter Länge und 12 Meter Breite konnten nun Schiffe bis 1000 Tonnen geschleust werden. Imposant, finden Sie nicht.

Ab 1943 wuchs die Gefahr durch die Bombenangriffe auf Berlin und Umgebung. Deshalb füllten wir die neu ge­baute Nordkammer mit Kies und vor das Obertor der Südkammer setzten wir eine Spundwand.

Zum Glück blieb die Schleusenanlage durch Bombenabwürfe fast unversehrt. Doch 1948 wurde der Schleusenbetrieb durch die Sperrung des Teltowkanals eingestellt und erst rund 30 Jahre später wieder auf­genommen. Seit 2005 ist die Schleu­senbrücke wieder befahrbar.

 

Kleinmachnower Schleuse
Kleinmachnower Schleuse
Kleinmachnower Schleuse
Kleinmachnower Schleuse
Kleinmachnower Schleuse
Kleinmachnower Schleuse

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16. Straßenbahn 96

 

Der Straßenbahnwagen stammt aus dem Jahr 1938. Er ist ein Teil der Bahn Nummer 96, die einst die Behrenstraße in Berlin Mitte und Tempelhof mit Teltow, Stahnsdorf und Kleinmachnow verband. 1887 wurde eine 5 km lange Straßenbahnstrecke von Groß-Lichterfelde, heute heißt es Lichterfelde-Ost, nach Teltow gebaut. Sie war zunächst eingleisig und benötigte eine Fahrzeit von 30 Minuten. Vier Jahre später wurde die Strecke dann bis Stahnsdorf und 1905 bis zur Machnower Schleuse verlängert. Sehr kraftvoll fuhren die Dampffahrzeuge damals nicht gerade. die leichte Steigung in Seehof konnte nicht immer sofort genommen werden. Deshalb wurde die Bahn von uns auch als „Lahme Ente” bezeichnet. Zum Glück wurde die Bahn dann 1907 auf elektrischen Betrieb umgestellt.  Ab 1930 fuhr sie dann als Linie 96. Doch mit dem Bau der Berliner Mauer wurde der Straßenbahnbetrieb leider eingestellt.

 

Straßenbahnwagen
Straßenbahnwagen
Straßenbahnwagen
Straßenbahnwagen
Straßenbahnwagen

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17. Bäkemühle

 

Die Bäkemühle war ursprünglich eine Wassermühle. Sie wurde 1410 ersturkundlich erwähnt und im 30jährigen Krieg vollständig zerstört. Zum Glück ließ sie Ernst Ludewig Hacke anno 1695 wieder aufbauen. Das können Sie übrigens im Treppen­haus der Bäkemühle auf der Originalsandsteintafel nachlesen. Im Jahr 1800 erhielt die von der Bäke gespeiste Wasser­mühle zusätzlich zum Betrieb eine Holländer Windmühle. Nach dem Tod Wilhelm von Hakes wurde die Mühle aus wirtschaftlicher Not an den Amtmann Wenderich ver­pachtet. Erst 1856 übernahmen die Hakes wieder die Bewirtschaftung. Mit dem Bau des Teltowkanals verlandete der Fluss leider und die Mühlenräder blieben stehen.  Die Bäkemühle verfiel und  - denken Sie – 1979 sollte sie gar gesprengt werden. Doch durch unseren Bürgereinsatz konn­te das zum Glück verhindert werden. Nach langer Instandsetzung und Sa­nierung erstrahlt die historische Müh­le heute in neuem Glanz. In ihrem Inneren befindet sich eine Gast­stätte mit Mühlenstube und Saal. Wie ist es, wollen Sie nicht ein wenig auf der Terrasse verschnaufen  und den fantastischen Blick auf das Bäketal genießen?

 

Bäkemühle
Bäkemühle
Bäkemühle
Bäkemühle
Bäkemühle

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18. Alte Hakeburg

 

Heute vermitteln nur noch Fundamente und Gewölbe einen Hauch von dem geschichts­trächtigen Gebäude, welches hier eigentlich einmal stand. Anfang des 15. Jahrhun­derts erwarb die Familie Hake die bereits existierende Burg und ließ sich hier nieder. Für das vermutlich aus dem Thüringi­schen stammende Adelsgeschlecht wurde das damals so genannte Machenow über 500 Jahre „Wiege und Grab, Zuflucht und Heimat“. Marschmusik Im 2.Weltkrieg wurde die alte Burg dann durch Phosphorbomben vollständig zerstört. Ehrgeizige Plä­ne für den Wiederaufbau liegen leider bis heute auf Eis.

 

Alte Hakeburg
Alte Hakeburg
Alte Hakeburg

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19. Dorfkirche Kleinmachnow

 

An der Dorfkirche Kleinmachnow findet sich neben dem 1684 auf­geführten Eingangstor ein eingelas­senes Steinkreuz. Es erinnert an die Sühne eines Hake. Dieser Ritter erschlug seiner Zeit  einen Junker von Schlabrendorf im Streit. Finden Sie nicht, dass hier eine ganz besondere Atmosphäre herrscht?

 

Denken Sie nur, schon Fontane empfahl deshalb, dass die Besucher Kleinmachnows „an der alten, efeuversteckten Kirche und an dem Steinkreuz des gefallenen Schlabrendorf nicht vorübergehn“ mögen.

 

Während Sie nun diese empfohlene Schönheit auf sich wirken lassen, möchte ich Ihnen etwas über die Geschichte und die kulturhistorischen Schätze des Gotteshauses erzählen:

Die Arbeiten an dem einschif­figen spätgotischen Backsteinbau begannen vermutlich um 1500. Sie wurden insgesamt aber nur zögerlich weiter­geführt. Davon zeugen der feldstei­nerne Unterbau und die in unter­schiedlichen Schichten vermauerten rötlichen und gelblichen Ziegel. Diese Ziegel sollen übrigens der Sage nach zwei rivalisierende Schwestern darstellen.  Die Frauen wollten so ih­ren Bauanteil sichtbar machen.

 

Doch schauen wir nun in die Kirche hinein. Das in fünf Joche geteilte Schiff wird von einem sternförmigen Netzgewölbe überspannt. Die Inschrift an der Orgelempo­re lautet „Casparus Jacke Mauer Meister zu Potstamp 1597“. Sie verrät somit das wahrscheinliche Jahr der Fertigstellung. Besonde­ren Wert besitzt der doppelflüglige Schnitzaltar. Er stellt im Mittelschrein das Abendmahl dar. Die inneren Flügel zeigen Sze­nen aus der Passionsgeschichte. Auf den Außenseiten können Sie Epi­soden aus dem Leben Jesu anschauen. Der Künstler hat sich auf der Rückseite als Hans Zinckeisen anno domini 1599 verewigt. Seit 2007 ist das erneut restaurierte Kunstwerk wieder vollständig zu sehen. Das achteckige Taufbecken mit dem reich verzierten hölzernen Oberteil wurde im glei­chen Jahr von Zinckeisen fer­tiggestellt. Das Becken steht auf einem Sandsteinsockel. Jetzt schauen Sie doch mal auf die imposante Kanzel. Sie stammt aus dem 16. oder 17. Jahrhundert.

 

An der Außenwand der Kirche befinden sich Grab- und Gedenktafeln für Angehö­rige des Patronatsgeschlechts. Sie ruhen in der Grabkapelle und im abgeteilten Friedhof derer von Hake.

 

Versäumen Sie es nicht, beim Verlassen des Friedhofs zum gegenüberliegenden Medusentor zu gehen - Dem damaligen Eingang zum Gutshof, dem blühenden Zentrum des Ritterguts derer von Hake. Links und rechts vom Tor finden Sie Informationstafeln, die Ihnen einen Eindruck von den historischen Bauten vermitteln. Sie sehen Ansichten des Kleinmachnower Schlosses, der alten Hakeburg und dem Taubenturm.

 

Dorfkirche Kleinmachnow
Dorfkirche Kleinmachnow
Dorfkirche Kleinmachnow
Dorfkirche Kleinmachnow

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20. Panzerdenkmal

 

Das alte Panzerdenkmal erinnert an den ersten Panzer der Roten Armee, der 1945 über die Glienicker Brücke rollte. Sie werden sich vielleicht fragen, wo steht denn hier ein Panzer?

Den Originalpanzer nahmen die in den 1990 er Jahren abziehenden GUS-Truppen einfach wieder mit­. Stattdessen steht heute eine Schneefräse auf dem mit Graffiti bemalten Sockel. Dieser Zustand sorgt immer wieder für hitzige Debatten. Die einen sagen, das Denkmal gehöre zur Gemein­de und solle erhalten werden. Es sei durch die Fräse nur noch eine Lachnum­mer, meinen die anderen.

Die Idee mit der Frä­se stammt übrigens von dem Künstler Eckhard Haisch. Er fand das ausrangierte Gerät an der alten Autobahnabfahrt Pots­dam. Haisch versah es kurzerhand mit einem knalli­gen Pink und stellte es auf den lee­ren Sockel. Die Behör­de sah darin Parallelen zum Denk­mal des Widerstandes in Prag und außerdem eine Interpretation des „Schwerter zu Pflugscharen“-Mot­tos. Sie befanden Fräse samt Sockel für schutz­würdig. Und was meinen Sie?

 

Panzerdenkmal
Panzerdenkmal
Panzerdenkmal
Panzerdenkmal

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21. Checkpoint Bravo

 

Der ehemalige Checkpoint Bravo wurde ab 1949  zum Zwangs-Stopp für alle Transitreisenden.  Der hier noch stehende Turm dient heute als Veranstaltungsort der politischen Bildung und als Begegnungsstätte für Menschen mit unterschiedlichen deutschen Biographien. Eine Daueraus­stellung zeichnet die Geschichte dieses Ortes auf interessante Weise nach. Ich empfehle Ihnen unbedingt einen Besuch des Museums!

 

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22. Dreilinden

 

1909 wurde die sogenannte „Kolonie Dreilin­den GmbH“ ins Berliner Handels­register eingetragen. Stellen Sie sich vor, das  gesam­te Gebiet westlich des Stahnsdorfer Damms sollte damals  in eine Villenkolonie ver­wandelt werden. Allerdings wurde bis 1913 nur die Station Dreilinden an der „Friedhofsbahn“ Wannsee –Stahnsdorf gebaut.  Erst ab 1922 begann die Besiedlung der Kolo­nie. Nach dem Bau der „Mau­er“ war der Ortsteil Sperrgebiet und so von der Um­gebung isoliert. Damals befanden sich dort drei Grenzübergangsstel­len.

 

An diese Zeit erinnern heute nur noch zwei ehemalige Wachtürme. Einer der Türme steht im Europ­arc Dreilinden und ein anderer auf dem Gelän­de des „Hotel und City-Camping“ am Bäkehang. Doch lassen Sie uns nun von diesem traurigen Kapitel deutscher Geschichte in die Gegenwart wandern. Ich möchte Ihnen gern die von hier aus führenden reiz­vollen Wanderwege in Richtung Wann­see empfehlen. Dort gibt es zwar das Jagdhaus Drei­linden nicht mehr. Dafür laden aber die Försterei gleichen Namens und andere Sehenswürdigkeiten zum Entdecken ein. Haben Sie nicht Lust bekommen?

 

Dreilinden
Dreilinden
Dreilinden
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23. Stahnsdorf

 

Stahnsdorf. Wir befinden uns jetzt in Stahnsdorf. 1264 wird der Ort das erste Mal in einer Kaufurkunde als „Stanesdorp“ erwähnt.

Nach dem 30jährigen Krieg lag es dann erst mal in Schutt und Asche.

 

Stellen Sie sich vor, damals fand der Landreiter des Kreises Teltow nur noch einen gebürtigen Stahnsdorfer, sowie 5 Kossäten, einen Sohn und 2 Knechte vor. Der Wiederaufbau ging nur langsam voran.

Auch die Kriegsschäden an der Dorfkirche waren erst 48 Jahre später beseitigt. Danach stieg die Bevölkerung langsam aber stetig an.

1909 wurde in Stahnsdorf ein neuer Südwestkirchhof errichtet.

 

Heute besuchen dort jährlich tausende Touristen die Grabstätten berühmter Persönlichkeiten. Wussten Sie, dass im Jahr 2004 sogar die englische Königin auf dem Südwestkirchhof weilte?

 

Stahnsdorf
Stahnsdorf
Stahnsdorf

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24. Dorfkirche Stahnsdorf

 

Die Dorfkirche Stahnsdorf, diesen dreigliedrigen spätromanischen Feldsteinbau, bauten die Stahnsdorfer gemeinsam mit Zisterziensern aus Lehnin. Die Kirche aus dem 13.Jahrhundert  besteht aus einer kleinen halbrunden Apsis mit eingezogenem quadratischen Chor und einem geräumigen rechteckigem Schiff. Denken Sie nur, dass Gebäude war so wehrhaft, dass die Stahnsdorfer ihre Dorfkirche sogar als Zufluchtsstätte in kriegerischen Zeiten benutzten. 1779 kam auf der Westseite ein verbrettertes Dachtürmchen dazu. Heute beherbergt es die kleine, 2003 restaurierte Bronzeglocke und eine Stahlglocke aus der Nachkriegszeit. Die Bronzeglocke stammt aus dem 15. und 16. Jahrhundert.1860 wurde vor das Priesterportal an der Nordseite der Kirche eine Sakristei gebaut. Am der Außenwand befindet sich eine Tafel, die vom Wiederaufbau des Gotteshauses nach dem Dreißigjährigen Krieg unter Hakeschem Patronat berichtet.

Die Hauptzierde des Innenraums ist übrigens der dreiflüglige spätgotische  Holzaltar. Vermutlich schufen ihn böhmische Künstler zu Anfang des 15. Jahrhunderts. Der geschnitzte Schrein zeigt als bunt bemalte Flachfiguren Maria mit dem Jesuskind. Sie wird flankiert von einem segnenden Bischof und der Heiligen Katharina. Auf den Flügeln umkränzen sie die Heilige Dorothea und die Heilige Barbara.

Übrigens legte man hier bei den Restaurierungen in den 1980er Jahren an den Wänden Weihekreuze mit stilisierten Lilien frei.

Solche Lilien waren bei den Zisterziensern üblich.

In den 1990er Jahren wurde der Sockel der Barockkanzel restauriert.

Finden Sie nicht, dass hier in der Kirche, die Verbindung von neu und alt gelungen ist?

 

Dorfkirche Stahnsdorf
Dorfkirche Stahnsdorf
Dorfkirche Stahnsdorf
Dorfkirche Stahnsdorf

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26. Parforceheide

 

Diese sogenannte Parforceheide ist eines der letzten großen zusam­menhängenden Waldgebiete in Berlin-Brandenburg. Um die 2350 Hektar sind heute als „Landschaftsschutzgebiet Parforceheide“ ausgewiesen. Der Name geht übrigens bis auf die Parforcejagden von König Friedrich Wilhelm I. zu­rück. Der Soldatenkönig entdeckte dieses Gelände zu Beginn des 18. Jahrhunderts.  Es war ideal, da es nur wenig Unterholz gab. Ungefähr 100 Quadratkilometer ließ der König zwischen 1725 und 1729 für seine Hetzjagden herrichten. Das Besondere an der Parforceheide waren die trocke­nen Sandböden mit lichtem Kiefernbestand. So konnten breite Schneisen für die Jagd gut durch das Holz gezogen werden. Rund sieben Kilometer entfernt vom königlichen Stadt­schloss entstand dann hier ein zentraler Platz. Am Ende führten dann 16 Schneisen sternenförmig in den Wald hinein. Sie trugen  Namen wie „Priestergestell“, „Breites Gestell“ oder „Turmgestell“. Übrigens ist dieser Stern auch heute noch zu erkennen. Er ge­hört inzwischen zum nach ihm benannten Potsdamer Ortsteil.

 

Parforceheide
Parforceheide
Parforceheide
Parforceheide Karte
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